Pv anlage genehmigungsfrei bad bersenbrück

Technische anforderungen (din 18300, bauo NRW, eurocode 7)

unabhängig von der genehmigungsfreiheit muss jede bauliche anlage den technischen anforderungen der standsicherheit und dauerhaftigkeit genügen. Dies gilt insbesondere für die fundamente, die die lasten der pv-anlage sicher in den baugrund ableiten müssen.

Fundamentierung bei lehmboden in NRW

  • bodenklasse: lehmböden fallen typischerweise unter die bodenklassen 4 und 5 (schwer lösbarer boden, fels) gemäß din 18300 (vob/c erdarbeiten, abschnitt 3.1). Sie können bei frost oder durchnässung volumenveränderlich sein.
  • frostsicherheit: gemäß den allgemeinen regeln der technik und din en 1997-1 (eurocode 7, abschnitt 6) müssen fundamente frostfrei gegründet werden.

    In NRW beträgt die mindesttiefe für eine frostfreie gründung in der regel 80 cm unter geländeoberkante. Dies ist bei lehmböden, die feuchtigkeitsempfindlich sind und zu frosthebungen neigen, unerlässlich.

  • lastableitung: die größe und art des fundaments (punkt- streifen- oder plattenfundament) muss die windlasten (gemäß din en 1991-1-4) und eigengewichte der pv-anlage sicher aufnehmen und in den lehmboden ableiten können, ohne unzulässige setzungen oder kippen zu verursachen.

    Ein bodengutachten ist bei größeren oder komplexeren anlagen dringend anzuraten, um die spezifischen bodenkennwerte zu ermitteln.

üBersicht möglicher fundamenttypen für kleine pv-anlagen auf lehmboden

fundamenttyp mindesttiefe (NRW) material kostenschätzung (pro fundament, netto, ohne montage)
punktfundament (einzelfundament) 80 cm (frostfrei) beton c20/25, ggf.

Bewehrung

100 € - 250 €
streifenfundament 80 cm (frostfrei) beton c20/25, ggf. Bewehrung 80 € - 180 € pro lfm
schraubfundament (erdanker) 80 - 150 cm (herstellerangabe beachten, abhängig von tragfähigkeit) verzinkter stahl 80 € - 300 € (abhängig von größe und traglast)
betonplattenfundament (auflager) optional < 80 cm, jedoch auf tragfähigem, kapillarbrechendem unterbau (z.B.

Schotter ≥ 30 cm)

beton c20/25, ggf. Bewehrung 50 € - 150 € pro m² (für reine platte)
bei der verwendung von schraubfundamenten auf lehmboden ist eine fachgerechte bemessung durch einen statiker unerlässlich, da die auszugsfestigkeit im stark bindigen lehm variieren kann und eine entsprechende verankerungstiefe sichergestellt werden muss, um windlasten standzuhalten.

Häufige fehler bei der planung und ausführung

  • fehlende drainage bei hohem grundwasser: lehmböden sind wenig wasserdurchlässig. Bei anwesenheit von stauwasser oder hohem grundwasserstand kann dies zu hydraulischem auftrieb oder aufweichenden fundamenten führen. Eine umlaufende drainage nach din 4095 ist hierbei unerlässlich.
  • unzureichende frostsicherheit: eine fundamentierung oberhalb der frostgrenze von 80 cm führt bei lehmboden unweigerlich zu frosthebungen und schäden an der anlage.
  • vernachlässigung der windlasten: insbesondere freistehende pv-anlagen bieten große angriffsflächen für wind.

    Eine statische berechnung der verankerung und fundamente gemäß din en 1991-1-4 ist auch bei kleinen anlagen dringend empfohlen, um ein kippen oder abheben zu verhindern.

  • fehlende erdung und blitzschutz: auch genehmigungsfreie anlagen müssen den vde-vorschriften für elektrische sicherheit und blitzschutz entsprechen (vde 0100, vde 0185-305).